Natur-liches & Kunst-liches

von naDUr.at am 3. November 2012 – 09:12 |

Überraschend viel Natur gibt es in den Kunstwerken auf der aktuellen Artfair MAF2012 zu entdecken. Und diese Naturvielfalt lädt zum Weiterentdecken ein – hier ein paar Startaspekte und Links für eigene naturnahe Entdeckungstouren in ausgewählte Kunstprojekte:


Letizia Werth hat 2010 in China einen See entdeckt, dessen Wasser so stark mit Algen verschmutzt ist, dass damit Postkarten gemalt werden konnten. Im Rahmen eines Kunstprojekts hat sie diese „schönen“ Karten Vorort in China an Tourist/innen verkauft, als echte „Greetings from the Lake“ und so verbreitet der See selbst das Umweltschutz-Thema und sein UmweltschMutz-Problem durch persönliche Urlaubsgrüße rund um die Welt. Originalpostkarten sind mittlerweile rar geworden und daher gibt es seit 2012 auch normale Infogrußkarten zu den Kunstkarten zum Verschicken von „schönen Grüßen“ mit Umweltbotschaften – so geht das Projekt „Dianchi“ weiter … um die Welt.


Sophie Tiller hat 2008 auf ihrem Balkon ein Langzeitprojekt gestartet. In alten Naturkundebüchern wurden Samen der Kapuzinerkresse gepflanzt. Mittlerweile haben sich von selbst andere Pflanzen und Kleinlebewesen dazugesiedelt und eigene Lebensräume geschaffen – das Projekt „Der Parasit“ geht also von selbst weiter …


Susanne Piotter fotografiert unwirtliche urbane Räume, die von Menschen verlassen wurden und besiedelt diese in Druckgrafiken mit Insekten und anderen Objekten die erst auf den zweiten Blick als be/fremd/lich erkannt werden. „Die Insekten sind Platzhalter für die Menschen“ – ob die Menschen wohl irgendwann in ihre Stadtteile zurückkehren werden …?


Oliver Roman baut mit Bäumen. Dabei nutzt er die Individualität der Bäume, um die „Intelligenz der Natur“ zu zeigen. Seine Bäume holt er sich zum Großteil selbst aus den Bergwäldern, denn dort – im jahrelangen Kampf mit der Witterung – haben sie ihre Identität und natürliche Intelligenz ausgeformt – und zeigen sie in seinen Skulpturen und Wohnobjekten weiter …


Elke Knauder findet die Materialien für ihre Skulpturen und Blütenobjekte im eigenen Garten. Geschnittenem Gras, abgefallenen Tulpenblättern und verschiedenen Rosenteilen wird durch Transformation neue Form gegeben – dadurch können sie „weiterleben“ …


Helmut Palla gibt einer alten Schädelsammlung neues Leben – so wie er es auch sonst mit Fundobjekten, großteils Möbelstücken tut. Die präparierten Tierschädel aus den 1930er-Jahren haben diesmal jedoch ihn gefunden, eigentlich wieder-gefunden, denn er kennt die Sammlung eines Präparators seit seiner Kindheit – nun leben die Teile in „Noah’s forgotten creatures“ neu auf …

Alle vorgestellten Natur-Aspekte in Kunst-Projekten sind noch bis 4.Nov.2012 in Wien auf der MAF2012 – veranstaltet vom Metropolitain Art Club – hautnah zu erleben. Dabei gibt es auch die Gelegenheit interessante Details direkt persönlich von den KünstlerInnen zu erfahren.


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