Hintaus – rückblickend voraus gedacht
von naDUr.at am 12. November 2011 – 18:11 |
Was in der Südsteiermark “der/die Klapotetz” – ist in Niederösterreich “das Hintaus“.
Beides ein naturnahes Kulturgut mit sozialer Dimension und emotionaler Verbundenheit für all jene, die damit aufgewachsen sind.
Hintaus ist dort, wo sich das wahre Leben abspielt …
So lässt sich vielleicht kurz das zusammenfassen, was sich nicht – auch nicht in Wikipedia – leicht erklären lässt ;-)
Vorne an der Hauptstraße ist alles ordentlich hergerichtet – für die Blicke der Nachbarn, der Dorf-BesucherInnen und der Durchreisenden – aber hinten, dort wo die Scheune und der Stall stehen, die Wirtschaftzzufahrt ist und der Weg direkt in die Felder führt, dort hat alles seine eigene Zeit, einen eigenen Platz und eine Bedeutung, die sich nur jenen erschließt, die sich auf diese Dynamik einlassen.
“Die Wunderwelt Hintaus ist jener Bereich, mit dem viele von uns Kindheit und Lausbubenstreiche, wilde Himbeeren und Entdeckungsreisen verbinden” – heißt es in einem Themenschwerpunkt 2009 der Initiative “NÖ gestalten”, des Amtes der Niederösterr. Landesregierung. 2011 gab’s dazu einen Hintaus-Wettbewerb, um sich den aktuellen “Lebensraum Hintaus” genauer anzuschauen und um zu erkunden, was das Hintaus heute so ausmacht.
Der Verein Kleine Welt aus Bad Fischau (NÖ) und naDUr.at haben gemeinsam das Projekt “Hintaus-Erlebnis-Tour für Kinder und Familien” zusammengestellt. Es wurden die heute unscheinbaren Plätze im Ort mit Geschichten und Funktionen von gestern erlebbar gemacht – dabei entstanden dann vielen Ideen, wie das Besondere für morgen erhalten und (wieder)belebt werden kann.
Hintaus-Plätze sind
SCHAU:Plätze – STAUN:Plätze – ERLEB:Plätze – NACHDENK:Plätze – BE- und VERZAUBER:Plätze – LERN:Plätze
Es ist für uns im Ort eine Herausforderung buchstäblich “neue Wege” zu gehen – und uns Gedanken über die “Erlebbarkeit” solcher unbewusster Orte zu machen … solange es sie noch gibt!
Vielleicht gibt es sie ja dann noch länger – für Jung und Alt?
(Einleitung aus der Projektmappe zur Hintaus-Erlebnis-Tour für Kinder und Familien in Bad Fischau)
Die Bad Fischauer Hintaus-Erlebnis-Tour vom Verein Kleine Welt hat nicht nur den Kindern (zur Fotogalerie) sondern auch der Jury des NÖ-gestalten-Wettbewerbs gefallen – das Projekt wurde am 11.11.2011 in St. Pölten mit dem 1.Platz ausgezeichnet :-)
Weitere tolle Hintaus-Projekte aus Niederösterreich sind auch auf der Website von “NÖ-gestalten” zu bewundern: Die Preisverleihung und Die Gewinner/innen
Solche Projektbeispiele könntest DU als Inspiration für eigene Touren ins heimische Hinterland nutzen – denn ein Hintaus gibt es eigentlich überall wo DU beginnst, hinter die schöne Fassade zu schauen und dort das wahre Leben, die alten Geschichten und die neuen Möglichkeiten zu entdecken
… Du musst nur einfach mal hint-aussi gehen!
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Nacht-Schatten-(Zauber)-Pflanzen
von naDUr.at am 11. Oktober 2011 – 14:07 |Gibt’s denn Zauberpflanzen wirklich? 
Gestern gab’s die Antwort!
In der Vortragsreihe: Fragen des Alltags – Antworten der Wissenschaft, spazierte Dr. Andreas Heiss von der BOKUwien mittels Powerpoint quer durch die Geschichte und die Geschichten der mythologisierten, heimischen (Gift)Pflanzen. Natürlich standen dabei vor allem Nachtschattengewächse im Mittelpunkt der genaueren Betrachtung, Mythologisierung und Entmythologisierung.
Grüne Tomaten – Grüne Kartoffel – der Stechapfel – das Bilsenkraut – die Alraune – die Tollkirsche … sie alle – und noch so einige Pflänzchen mehr – wurden beim Vortrag aus ihrem Schattenreich an Licht geholt.

(Bilsenkraut/Hexenkraut – und ein Stechapfel)
Während früher die Menschen sehr wohl wussten, wie diese Giftpflanzen als Medizin-, Rausch- oder Nahrungsmittel verwendet oder vermieden werden sollten, haben heutige Experimente Unwissender meist fatale Folgen für die Gesundheit.
Nebenbei: Auch der Tabak ist ein Nachtschattengewächs – früher als Genussmittel, heute als Droge eingestuft – wird er noch immer als “Kultur”pflanze kultiviert und im Monopol vertrieben.
Früher wurden Zaubertränke, Hexensalben und Amulette in aufwändigen Zeremonien zusammengebraut – Pflanzen wurde mit magischem Denken und Handeln Bedeutung gegeben und Wirkung zugesprochen.
Von vielen früher als magische Pflanzen verehrte Blättchen – wie dem Eisenkraut oder der Gewöhnlichen Mistel – weiß man heute, dass ihre reale Wirksamkeit unterhalb von Messbarkeitsbereichen liegen.
Dafür hat unsere heutige Zeit ganz andere magische Pflanzenessenzen und -potenzen hervorgebracht – Bachblüten und Räuchermischungen für Glück und Erfolg zum Beispiel.
Wenn Menschen Nichts-Wissen, Aber-Glauben – dann entstehen neue Geschichten …
Was wohl in 500 Jahren die Menschheit über unsere aktuelle Pflanzenmagie forschen, schreiben und denken mag?
Die aktuelle Doppel-Ausstellung Hexen.Zauber in Mistelbach und Asparn/Zaya präsentiert noch bis Ende November 2011 unser aktuelles Wissen/Glauben über das Mittelalter. Dabei ist “Grün – der Zauber der Pflanzen”.
Ein gutes Beispiel für die Entwicklung des magischen Wissens/Glaubens ist die Kulturgeschichte der Alraune. Wer sich ein Bild davon machen will, was die Menschen mit ihrem “magischen Denken” über Jahrtausende hinweg – seit der Antike – einer niedlichen, violettblütigen Pflanze alles angedichtet haben bis diese schließlich im 21. Jahrhundert mit Harry Potter wieder weltweite Aufmerksamkeit bekommen hat, kann sich bei Wikipedia einen Überblick verschaffen. Eine “echte” Alraune hab ich selbst übrigens erstmals im Querbeet (1070 Wien) gesehen – und die sah soooo harmlos aus :-)
Wie dicht doch (rückblickend) Wissen-Glaube-Besserwissen-Aberglaube immer wieder beieinander liegen …
… das glaube ich jedenfalls ;-)
… und klopfe zur Sicherheit 3x auf Holz :oD
(weil hilft’s nix – dann schad’s zumindest auch nix)
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Tags: flOra, Hexe, Termin
Streichelzoo mit Schrecken
von naDUr.at am 26. September 2010 – 16:46 |
Was tun, wenn es draußen regnet und ein Naturerlebnis geplant war?
Entweder in Gummistiefel und Regenmantel schlüpfen …
oder Indoor-Natur aufsuchen!
Die aöe (Arbeitsgemeinschaft Österreichischer Entomologen) hatte im Rahmen ihrer Tagung in Wien auch ein “Kinder erforschen Insekten”-Programm und dabei gab’s quasi einen Streichelzoo mit Schrecken :-)
Etwa Fangschrecken, wie die heimische Gottesanbeterin.
Aber auch Stabheuschrecken,
die als lebende Äste eigentlich in Asien zuhause sind.
Ein Sonntag mit Schrecken – auch ein Erlebnis :-)
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