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Birkenporling – killt Birken & stärkt Menschen (angeblich)

Birkenporling auf Birkenstamm
Birkenporling im Laubwald

Der Birkenporling ist nicht selten – und wirklich suchen muss man im Wald auch nicht nach ihm. Halt einfach nach einer Gruppe von Birken Ausschau … und wenn dann auch noch einige Birken am Boden liegen, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass dort der Birkenporling zugeschlagen hat. Denn der Baumschwamm lässt die Birken, aus denen er herauswächst, absterben und oft schon in jungen Jahren umfallen.

Birkenporling vom Stamm abschneiden
Junge Pilze mit scharfem Messer abschneiden

Jetzt im Herbst sprießen die jungen Pilzfruchtkörper wie kleine Knubbel aus den Stämmen – und wachsen dann zu ca. Hand-großen Tellerchen heran. Wo ein Birkenporling ist, da sind zumeist auch mehrere – wenn Du jedoch welche einsammeln willst, dann nimm nur jene, die sauber und fest sind und eine möglichst helle, saftige Unterseite haben. Am einfachsten kriegst Du sie vom Birkenstamm, indem Du sie mit einem scharfen Messer abschneidest. Das ist nicht schwer, und Du kannst dabei gleich kontrollieren, ob die Schnittfläche schön feinporig und ebenfalls hell weiß ist. Wenn das Runterschneiden nicht leicht geht – dann lass es sein, dann ist der Pilz schon zu alt, er wird dann trocken und hart.

Sodala, und jetzt zu der Frage: Was macht man mit dem Birkenporling – warum sollte man ihn überhaupt sammeln?
Gute Frage! Und es gibt jede Menge Antworten darauf – je nachdem, wen Du fragst.
Könntest Du zB. Ötzi fragen – ja genau, den steinzeitlichen Gebirgswanderer, der vor über 5000 Jahren den Weg über die Ötztaler-Alpen versucht hat, dabei auf der Strecke blieb und nun als „Der Mann aus dem Eis“ im Museum die Ewigkeit verbringt. Der würde dir vielleicht raten, den Pilz als „Reiseapotheke“ mitzunehmen. Denn er hilft bei Magen-Darm-Problemen – und die kann man sich schnell mal beim Reisen und Speisen in fremden Ländern einfangen. Einfach ein Stück Birkenporling auskochen und diesen Sud – nennen wir es einfach „Tee“ – trinken. Aber Warnung: Der Birkenporling-Tee ist extrem bitter!
Naja, würde der Tee gut schmecken, wäre er wohl nur halb so gesund ;-P

Bunter Herbstwald
Herbstwald lädt zum Spazieren ein …
Birkeporling gut putzen
Verschiedene Größen, aber alle frisch und saftig

Jedenfalls ist dieser Pilz derzeit ein regelrechtes Trendfood und daher entsprechend teuer, wenn Du ihn in einem Geschäft oder im Internet kaufen willst. Viel einfacher ist es, einen gemütlichen Laub- oder Mischwald-Spaziergang zu machen … dabei (stehende und liegende) Birken zu suchen und auf ihren Stämmen die Handteller-großen Baumkiller-Pilze zu entdecken. Nimm fürs erste nicht zu viele mit. Einige Exemplare sauber abschneiden, das reicht, um dir einen Eindruck zu verschaffen, ob dieser alte, aber jetzt wiederentdeckte „Superfood-Vitalpilz“ überhaupt was für deinen Geschmack ist. Denn heutzutage brauchen die wenigsten Menschen einen bitteren Pilzsud gegen Darmkrankheiten. Und die aktuelle Forschung ist erst dabei, weitere Wirksamkeiten dieses Birkenkillers zu erforschen.

Gleichzeitig wird dem Birkenporling im Internet und in diversen Webshops eine ganze Aura an Wunderwirkungen nachgesagt: Er soll blutstillend wirken, ist entzündungshemmend, antibiotisch und antiviral. Seine Einnahme wirkt – so heißt es – belebend, verdauungsfördernd und stärkend bei Erschöpfung. Und in jüngster Zeit wird an seinen anti-tumoralen Eigenschaften geforscht.

Ein Wunderpilz also – bleibt die Tatsache, die Wikipedia so treffend zitiert „Der Birkenporling ist jung essbar, jedoch aufgrund seiner Bitterkeit ungenießbar.“

Birkenporling in Streifen geschnitten zum Trocknen
In Streifen schneiden zum Trocknen

Nebenbei: Ich hab mir ein paar frische Birkenporlinge aus dem Herbstwald mitgenommen. Hab ihn feinsäuberlich geputzt und zT. in Streifen geschnitten, um ihn für spätere Tees trockenen zu lassen. Hab ihn frisch gekostet – Fazit: Ja, bitter, aber erträglich. Jedoch unglaublich zäh beim Kauen – vor dem Runterschlucken wird eindeutig abgeraten! Online hab ich ein Rezept entdeckt, bei dem der frische Pilz für einige Zeit in Alkohol angesetzt wird … ja, das werd ich noch probieren. Was ich aber auf jeden Fall noch machen werde ist – ihn zu mischen. Tee mit Honig wäre naheliegend. Ich werde dann berichten.

Nebenbei 2: Die Maus fragt sich grad, warum dieser Wunderpilz eigentlich in der Natur nicht reihenweise von anderen Tieren aufgefressen wird – sondern nur von den Menschen. Gute Frage! Und es gibt dazu sicher auch reihenweise (gute) Antworten … Frag doch mal bei Gelegenheit irgendein Waldtier, warum es diesen Pilz nicht frisst, obwohl er doch sooooo gesund ist <;3)~