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Ein (böser) Schmetterling

Ja, das ist wieder so ein Beitrag rund um das Thema: Ansichtssache bzw. Perspektivenwechsel.

Kennst DU das Märchen vom hässlichen grauen Entlein?
Ungefähr so ist das auch mit der Raupe und ihrer Imago-Form als flatternder Schmetterling. Anfangs eher unscheinbar – manchmal auch hässlich – später jedoch oft WoWWW und prächtig.
Aber nicht immer …

Denn: Es war einmal ein Garten und da war ein Ei …
Aber fangen wir beim Anfang der Geschichte an.

Heute am 1. September ist Herbstbeginn … einer von dreien, nämlich der meteoro“logische“.  Aber das ist wie beim Frühling eine andere Geschichte …
Jetzt im Frühherbst ist „Pflanzzeit“ für Bäume, Sträucher und Stauden … das kannst Du am besten an den Aktionspflanzen im Gartencenter erkennen ;)
Aktuell werden also viele Erdlöcher im Garten gegraben, um Jungbäume und Jungsträucher zu pflanzen. Dabei hab ich kürzlich einige Engerlinge und Insektenpuppen freigelegt – und für den Igel zur Seite gelegt. Aber dann ist mir eine echt beeindruckende Raupe untergekommen …

Weidenbohrer als Raupe

Ein „Weidenbohrer“ dachte ich sofort, weil ich diese Raupe bereits von Spaziergängen in der Au kannte und schon früher nachrecherchiert hab, welches Tier mal daraus wird.
Diesmal recherchierte ich weiter und siehe da, aus der prächtigen Raupe wird ein unscheinbarer Schmetterling – noch dazu ein Nachtfalter, den man als tagaktiver Mensch in der Natur nur selten zu Gesicht geschweige denn vor die Kamera-Linse bekommt.

Hier könnte nun die Geschichte ein Ende finden …
Nicht hässliche Raupe wird zu einem prächtigen Schmetterling, sondern beeindruckende Raupe wird zu unscheinbarem Nachtfalter.

Aber diese Raupen-Geschichte hat noch mehr Spannendes & Fabelhaftes zu bieten!

Es war einmal ein Garten und da wurde ein Schmetterlings-Ei in die Rinde eines alten, müden Baumes gelegt.
Als aus dem Ei eine Schmetterlings-Raupe schlüpfte, hatte sie großen Hunger und fing an, sich in den alten Baum hineinzufressen. Die Raupe wurde in den folgenden Jahren dabei immer größer und immer dicker … entsprechend größer wurden auch die Löcher und Gänge, die sie in das Holz des Baumes fraß. Der Baum war wirklich nicht erfreut!
Als dann die Raupe aber satt genug war, um sich zu verpuppen, wanderte Sie aus dem Baum heraus, hinunter in die Erde – das freute nun den Baum, denn er dachte, jetzt wäre er diese nimmersatte Raupe endlich los.
Doch die Freude war nicht von langer Dauer … aus der Puppe schlüpfte ein Schmetterling – unscheinbar, grau – ein bisschen häßlich sogar, dachte der Baum.
Doch das war gar nicht die größte Überraschung. Wie sich herausstellte legte dieser hässliche graue Falter gleich ein ganzes Paket mit 70 neuen Eiern in der Rinde des alten Baumes ab.
Da wurde dem Baum klar, das ist ein böser Schmetterling …

So, und jetzt zum Perspektivenwechsel:
Wie würde dir die Raupe wohl diese Geschichte aus ihrer Perspektive erzählen?

Nebenbei: Wenn ich künftig wieder so eine beeindruckende Weidenbohrer-Raupe entdecke, muss ich unbedingt mal daran riechen. Angeblich riechen sie stark nach Essig. Und angelblich kann man auch an den Bäumen riechen und so feststellen, ob sie mit nimmersatten Raupen befallen sind. Das „An-Bäumen-Riechen“ werde ich aber der <:3)~~ Maus überlassen – schaut irgendwie komisch aus, wenn ICH Bäume von oben nach unten abschnuppere … bei der Maus schaut das einfach nur niedlich aus. Auch so einen Ansichtssache <;3)~~