<:3)~~,  aKtiveZ,  flOra,  terMine

Wortzupferei zum Tag des Unkrauts

Am 28. März ist der TAG des UNKRAUTS … ein Ehrentag, ein Gedenktag?
Mal drüber nachdenken …

Bei „Kraut“ bzw. „Unkraut“ schwingt so eine Bedeutung des Wenig-Wertvollen mit.
Im Plural – also „Kräuter“ und „Unkräuter“ schaut das schon ein wenig besser aus.
Da kommt so leicht der kulinarische Aspekt des Würz-Aromas und die Heilpflanzen-Aura dazu und das Herz geht ein bissi auf.

Tatsächlich ist es nur eine individuelle Einstellungssache, wenn Pflanzen abschätzig als „Unkraut“ bezeichnet werden, weil in ihnen kein Wert erkannt wird und sie einfach ausgezupft werden.
Zentral ist dabei wohl die Tatsache, dass „Unkräuter“ meist spontan irgendwo auftauchen und dann als unerwünscht angesehen werden. „Unerwünscht“ z.B. weil sie die geplante, „erwünschte“ Optische Gestaltung beeinträchtigen oder unter dem Verdacht stehen, den geschätzten Pflanzerln das Wasser weg zu nehmen. Auf jeden Fall bedeutet die verwendetet Vorsilbe UN- immer irgendwie eine vermutete negative ZUschreibung.
Um also am „Tag des UNkrauts“ die eigene EINstellung zu überdenken, wechseln wir mal die Vorsilbe, um keine generellen UNTERstellungen mehr festzuschreiben.

BEIKRAUT bzw. BEIKRÄUTER ist da eine gute, erste Alternative.

BEGLEITKRAUT kennzeichnet darüber hinaus, dass da wohl irgendeine Beziehung zwischen gewünschtem und unerwünschtem Bewuchs gesteht. Diese kann durchaus auch positiv sein – z.B. wenn dadurch der Boden gelockert, Schädlinge abgewehrt oder Wasserverdunstung reduziert wird.

BEI- und BEGLEITWUCHS wird ja oft auch bewusst genutzt, warum sollte dies also nicht auch die Natur ganz bewusst aber ungefragt machen?

UNERWÜNSCHT ist das Beikraut vielleicht nur für uns Menschen. Die Prachtpflanzerl wünschen sich vielleicht die Gesellschaft von solch spontaner, wilder BEGLEITVEGETATION?

Jedes Jahr am 28. März besteht jedenfalls die Gelegenheit, sich mal darüber Gedanken zu machen, ob die Geringschätzung von Ungeplantem als „Unkraut“ wirklich die richtige Einstellung ist.
Denn genauer betrachtet wächst da oft UNERKANNTES in Wildkräuter-Qualität!

Spontaner Wildwuchs zum Aufessen
Junger Löwenzahn und Zarte Vogelmiere kann als leckerer Salat genossen werden … vielleicht mit ein paar Blättchen vom wilden Bärlauch?

Und welches Wort würdest DU anstelle von UNKRAUT ab heute wählen?

Nebenbei: Jetzt im Frühling jammern wieder viele Menschen, dass „unerwünschter Giersch“ die Blumenbeete grün macht.
Beikraut-Fans raten: Nicht Ärgern – Aufessen! Giersch ist gesund und schmeckt – er gilt als Wildgemüse.
Also einfach mal googeln: Giersch Rezepte … und dann „Guten Appetit!“ :)

Übrigens: In der englischsprachigen Welt heisst der „Tag des Unkrauts“ übrigens „Weed Appreciation Day“ und ruft schon konkret in der Bezeichnung zur Wertschätzung und Würdigung auf. Manch eine*r verbindet dies mit der konkreten Aufforderung: „Hug a Weed!“
Die Maus <:3)~~ ist gleich losgeflitzt und sucht sich grad eine Aspalt-Ritze mit plüschigen Blättern einer Königskerze zum wertschätzenden Umarmen.